Newsletter Ausgabe 08, Winter 2019


 

Wir stellen vor: Lenka Krumnow

Unsere Einrichtungen: Kita Fregestraße

Mammuts, Harz und Höhlen

Gärtnern dank Spende

Tipp: Bunte Steinzeitwelt

 


 

Liebe Eltern, liebe Mitarbeiter/-innen

wir wünschen Ihnen für 2019 alles Gute und freuen uns darauf, mit Ihnen in die zweite Hälfte des Kitajahres zu starten. Jeden Tag kommen viele Kinder in unsere Kitas und bringen ihre Geschichten, ihre Neugier und Ideen mit. Wie daraus durch ihre Beteiligung Projekte entstehen, lesen Sie aus der Sicht von Kindern aus der Kita Fregestraße. Mehr zum Thema Partizipation erfahren Sie im Interview mit Kitaleiterin Sabine Bothien. Die Vorfreude auf den Frühling ist bei den Kindern der Kita Kunterbunt besonders groß. Dank einer Spende wurde im Garten ein Gemüsebeet angelegt, das darauf wartet, von vielen Kinderhänden bepflanzt zu werden. Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen  Gudrun König, Bereichsleiterin Orte für Kinder

 


Wir stellen vor

Lenka Krumnow ist seit Sommer 2018 bei Orte für Kinder Ansprechpartnerin für das Personalmarketing. Ihre Aufgabe ist es, den Träger als attraktiven Arbeitgeber bei Absolvent/-innen von Fachschulen, Erzieher/-innen und Quereinsteiger/-innen bekannt zu machen. Dafür bringt die Marketingexpertin ihre fachliche Expertise und Erfahrung aus der freien Wirtschaft in ihre Tätigkeit mit ein. Lenka Krumnow freut sich darauf, in der Zusammenarbeit mit der Personalabteilung neue Ideen einzubringen und umzusetzen. Etwa, indem die Präsenz auf verschiedenen Social Media Kanälen ausgebaut und Kontakte zu Fachschulen gestärkt werden, um qualifizierte Fachkräfte anzusprechen.

 


Unsere Einrichtungen: Kita Fregestraße

Seit über 60 Jahren gibt es die Kita Fregestraße in Tempelhof-Schöneberg. In zwei Gebäuden mit einem großen Garten werden 130 Kinder ab einem Jahr bis zum Schuleintritt liebevoll betreut. Über die künstlerische Förderung von Kindern und das Thema Partizipation sprachen wir mit Kitaleiterin Sabine Bothien.

 

Frau Bothien, die künstlerische Förderung ist ein Schwerpunkt Ihrer Kita. Wie setzen Sie das im Kitaalltag um?

Als Erstes erkunden wir, wo uns Kunst im unmittelbaren Umfeld begegnet. So haben zum Beispiel die Litfaßsäulen in Friedenau immer wieder das Interesse der Kinder geweckt. Gerne sahen sie sich die großen bunten Plakate an und gemeinsam gingen wir dann den Dingen auf den Grund. Was ist eine Litfaßsäule? Woher kommt der Name? Was ist auf ihnen zu sehen? Gemeinsam mit den Kindern wurden eigene Litfaßsäulen gestalten und plakatiert. Ebenso nutzen wir museumspädagogische Angebote der Berliner Museen. 2018 hatten wir ein Projekt in der Nationalgalerie. Dort haben wir uns intensiv mit der Porträtmalerei beschäftigt. Das war für die Kinder unglaublich spannend, stellten sie doch schnell den Unterschied zu fröhlich lachenden Kinderbildern in unserer Zeit fest. Was war damals anders? Wie lebten die Kinder? Das waren nur einige der interessanten Fragen, die wir uns mit den Kindern beantworteten.

 

Das Thema Partizipation ist dabei entscheidend. Wie können Kinder beteiligt werden?

Kinder sind immer sehr interessiert daran, über verschiedene Zugänge Dinge und Sachverhalte zu erkunden, auszuprobieren und mit unterschiedlichen Materialien zu arbeiten. Während der Beobachtung einzelner Kinder und der gesamten Gruppe erhalten wir Informationen über die aktuellen Themen, Wünsche und Bedürfnisse. Unsere Aufgabe ist es, uns zu fragen, mit welchen Methoden, Materialien wir die Kinder weiter interessieren und ihnen Zugänge ermöglichen können. Nur wenn unseren Kindern die Teilhabe ermöglicht wird und sie engagiert sind, werden Lernprozesse aktiviert und die Kinder sich ihrer Selbstwirksamkeitskräfte bewusst. Partizipation ist für uns als Erstes eine Haltungsfrage. Kinder mit ihren Bedürfnissen und aktuellen Kompetenzen wahrzunehmen, ist Voraussetzung für eine gelingende Partizipation.

 

Tauschen Sie sich über ihre Erfahrungen im Team regelmäßig aus?

Auf unserer jährlichen Klausurfahrt haben wir uns im letzten Jahr intensiv mit dem Thema Partizipation und den Möglichkeiten ihrer Umsetzung in unseren Kindertagesstätten beschäftigt. Der fachliche Austausch in unserem Team wird sich in diesem Jahr also weiterführend mit diesem Thema beschäftigen. In Teamsitzungen aber auch in Fortbildungen werden wir uns die Frage stellen, inwiefern wir der Partizipation in unserem Haus gerecht werden und wo es darüber hinaus Möglichkeiten gibt, Kinder zu beteiligen.

 


Mammuts, Harz und Höhlen

Kleine Forscher ganz groß – Kinder bei der Gestaltung des Kitaalltags zu beteiligen, fördert ihre Selbstwirksamkeit und den Spaß am spielerischen Lernen. Wie sie das erleben, haben uns Kinder vom Steinzeitprojekt aus der Kita Fregestraße erzählt.

 

Leila, Ilvy und Johann sitzen in einem Gruppenraum um ein Lagerfeuer aus Papier und Holz. Die 4-5-jährigen Kinder tragen Tierfelle aus Stoff und um ihren Hals hängen selbst gebastelte Ketten aus Steinen und Knochen. »Wir sind Steinzeitmenschen«, erklärt Ilvy und die anderen nicken eifrig mit dem Kopf. Das Holz für das Feuer haben sie im Kitagarten gefunden, die  roten Flammen haben sie aus farbigem Stoff ausgeschnitten und an den Hölzern befestigt.

 

Die Idee zum Steinzeitprojekt entstand aus der Beobachtung von Erzieherin Kirsten Buhlke. Das Thema Höhlenbau beschäftigte die Kinder seit geraumer Zeit, Tische, Stühle und andere Gegenstände wurden von den Kindern zu Höhlen umgebaut. Gemeinsam mit den Kindern und einer Kunsterzieherin des Kinderkünstezentrums sammelte sie in regelmäßigen Treffen Ideen zum Thema. Sie erforschten, was denn eigentlich eine Höhle ist und wer sie genutzt hat. Stolz zeigen Leila, Ilvy und Johann ihre selbst gebaute Höhle, deren Wände sie mit braunem Packpapier ausgekleidet haben. In der Mitte liegt ein kuscheliges Fell und auf die Außenwand haben die Kinder Höhlenmalereien mit Tieren und  Menschen gemalt.

 

Mit strahlenden Augen erzählen sie  aus dem Leben der Steinzeitmenschen. »Wir tun so, als hätten wir ein Mammut gejagt und aus dem Fell haben wir uns dann Anziehsachen gemacht«, erzählt Leila. Und Ilvy ergänzt: »Das Fleisch haben wir über dem Feuer gebraten, weil es in der Steinzeit keinen Backofen gab«. Das neue Wissen sprudelt nur so aus den Kindern heraus. Johann weiß, dass die Steinzeitmenschen sich auch von Früchten ernährten, ihre Werkzeuge aus Holz und Steinen fertigten und wie sie Feuer entfacht haben. Aus einem Regal nehmen sie ein paar Bücher und fangen an, darin zu schmökern. Sie schauen sich an, wie die Menschen in der Steinzeit ausgesehen haben, wie sie gelebt und welche Tiere sie damals gejagt haben. Die Kinder zeigen auf eine Abbildung von Höhlenmalereien, die Bisons zeigen und Ilvy findet, dass die Menschen damals ein bisschen aussahen wie Affen. Sie berichten aufgeregt, dass die Kunsterzieherin sogar ein Stück von einem echten Mammutstoßzahn mitgebracht hat.

Während des Projekts entstanden viele gemalte Bilder, auf denen die Kinder festgehalten haben, was sie über die Steinzeit gelernt haben. Johann zeigt verwundert auf eine Zeichnung mit einem Flugzeug und stellt fest, dass es in der Steinzeit noch gar keine Flugzeuge gab. Dafür aber Kaugummi aus Harz und Honig berichtet Leila, was sie aus einem Buch aus der Bücherei erfahren hat. Das Malen hat den Dreien am besten gefallen. Besonders freuen sie sich darauf, ihren Eltern ihre Kostüme, die Höhle und das Lagerfeuer zu zeigen, wovon sie ihnen zu Hause schon viel erzählt haben.


 

Gärtnern dank Spende

Die Kita Kunterbunt kommt dem Ziel näher, ihren Kindern naturwissenschaftliche Zusammenhänge noch anschaulicher beim Gemüse pflanzen und ernten zu vermitteln. Dank der Fördergelder der Arcus GmbH konnte dafür im Garten ein ungenutzter Sandkasten in ein 25 Quadratmeter großes Hochbeet umgebaut werden. Rundherum laden Sitzflächen zum Zuschauen und Mitmachen ein. Mit Spannung warten die Kinder auf das Frühjahr und den Startschuss für das Gemüsebeet.

 


 

Tipp: Bunte Steinzeitwelt

Die Hauptfigur im Bilderbuch »Steinchen und Mammut« ist der kleine Junge Steinchen. Am liebsten malt er mit bunten Farben Wände an. Seine Eltern finden das gar nicht lustig und sein Papa schimpft sogar: »Wenn du dich nicht benehmen lernst, holt dich das Mammut«. Und tatsächlich kommt eines Nachts ein zotteliges Mammut vorbei und trabt mit Steinchen davon. Ihre Reise durch den Mondschein ist furchtbar gruselig, denn es knackt und raschelt im Gebüsch. Unheimliche Tiere lauern im Dickicht und aus einer Höhle dröhnt lautes Schnarchen. Steinchen zittert und bebt. Aber das Mammut drückt ihm nur einen Pinsel in die Hand und Steinchen malt sofort drauf los. Das mit liebevollen Bildern illustrierte Buch gibt einen kindgerechten Einblick in das Leben der Menschen und Tiere in der Steinzeit. Kurze gereimte Texte regen zum Zuhören und Nachsprechen an. Die Ängste der Kinder vor unheimlichen »Nachtmonstern« werden thematisiert und Eltern daran erinnert, die kreativen Seiten ihrer Kinder wertzuschätzen. »Steinchen und Mammut« von Julia Donaldson & Emily Gravett, Fischer Verlag, ab 4 Jahren, empfohlen von Kirsten Buhlke aus der Kita Fregestraße.


 

Herausgeber: Orte für Kinder GmbH, Geschäftsführer: Karsten Tamm, Michael Sadowski, Christian Hubert, Kopernikusstraße 23, 10245 Berlin, Telefon: 347 476 166, www.ortefuerkinder.de, Redaktion / Text: Anja Karrasch, Christoph Ziegler, redaktion@ortefuerkinder.de, Fotografie: Tanja Schnitzler, Lena Giovanazzi, Anja Karrasch, Gestaltung: Bildmitte, Berlin 01/2019

 

 

 

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